1700 jüdisches Leben am Petersberg - Veranstaltungen am Petersberg


Aus Anlass dieses besonderen Jahres, das 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland feiern und präsentieren möchte, gibt es auch am Petersberg in Kooperation mit den Volkshochschulen Dachauer Land e.V. einige hochkarätige Veranstaltungen:

 
Alpen Klezmer – Das Konzert
Bayrisch * jiddisch * wuid & koscher

Bairisch geht's zu und jiddisch auch. Wild und rau geht's zu, aber auch sanft und beseelt. Andrea Pancur, München-Ramersdorf, und Ilya Shneyveys, Brooklyn-New York, treffen aufeinander und spielen weit entfernt von „zünftiger Hüttengaudi im Stadl-Sound“ Alpen Klezmer vom Feinsten. Die beiden Musiker haben haben altes gemeinsames jiddisches und bairisches Liedgut recherchiert, entstaubt und gemäß dem Motto "Lang lebe der koschere Gebirgsjodler" neues Material in den Rucksack gepackt.
Da nimmt die jiddische Hora den bayrischen Zwiefachen beherzt an der Hand und gemeinsam tanzen, kreiseln, wirbeln sie über die Gipfel bis die Alpen im Klezmerklang erglühen.
 
Termin: 03.10.2021 um 19.00 bis 20.30 Uhr
Ort: Basilika am Petersberg 1, 85253 Erdweg
Eintritt: 24,00€
 
 
Konzert: „I WAS YOUR MAN“ - Eine gefühlvolle literarisch-musikalische Erinnerung an Leonard Cohen
Mit Dr. Thomas Kraft (Texte), Laura Wachter (Gesang) & Steven Lichtenwimmer (Gitarre)
Seine Stimme war wie keine andere. Wie eine leicht verschattete Sonne, die trotzdem wärmt. Wenn Leonard Cohen, der schwarze Romantiker unter den Hippies, sang, gab er dem Schmerz eine Grenze und öffnete ihn ins Unendliche. In seinen Gedichten und Songs brachte er Schönheit, Liebe und Tod zusammen, gab ihnen eine Melodie und berührte die Menschen damit auf eine geradezu magische Weise. So seltsam es klingen mag, in gewisser Weise ist Cohens Tod auch ein Trost, eine Erlösung von dunklen Gedanken. Weil die Trauer um Leonard Cohen in Erinnerung ruft, was das Leben in Wirklichkeit ist, was es so einzigartig macht: Liebe, Hass, Begehren, Einsamkeit, Verlust - und vor allem Liebe und Schönheit.  Mit Texten von ihm und über ihn und mit seinen Songs, mit denen er seit den sechziger Jahren bis zu seinem letzten Album "You Want It Darker" die Menschen faszinierte, wird an diesem Abend an den großen Poeten und Troubadour, an den Liebling der Frauen und den unermüdlichen Sinnsucher erinnert.

Termin: 09.10.2021 um 19.00 bis 20.30 Uhr
Ort: Basilika am Petersberg 1, 85253 Erdweg
Eintritt: 24,00€

 
Diagnose:  Judenhass   Autorenlesung mit Diskussion
Bis vor wenigen Jahren hieß es in Deutschland stets, jüdisches Leben sei ein selbstverständlicher Teil der Normalität. Aber spätestens nach dem Überfall auf die Synagoge in Halle 2019 und der massiven Ausbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen in der Corona-Krise bekam dieses Bild tiefe Risse. Was erleben Jüdinnen und Juden in ihrem Alltag in Deutschland?
Eva Gruberová und Helmut Zeller sind durch Deutschland gereist und haben zugehört – von Rostock über Berlin bis Dortmund und nach München, mit einem Abstecher nach Wien. Dabei zeigt sich, dass Juden hierzulande kein normales Leben führen können, es sei denn, man hält Polizei und Sicherheitszäune vor jüdischen Kindergärten, Brandanschläge auf Synagogen, Hakenkreuze auf Schulbänken, "Jude" als Schimpfwort auf dem Pausenhof, antisemitische Klassenchats, zerstörte Grabsteine, perfide Witze, Hitlergrüße und Schüler-Selfies an KZ-Gedenkstätten für etwas, das zur deutschen Normalität gehört. Juden sind nicht erst seit Halle, sondern seit Jahrzehnten Ziel rechtsextremer Angriffe und Mordanschläge. Sie erleben Übergriffe und Anfeindungen auch aus muslimisch geprägten Milieus, die oft selbst unter Rassismus leiden. Was aber viele nicht sehen: Antisemitismus kam und kommt aus der "bürgerlichen Mitte". Die Reportagen, Interviews und Analysen machen sichtbar, dass der Judenhass tief in der Gesellschaft verwurzelt ist – und uns alle angeht.
 
Eva Gruberová arbeitet als Autorin und freie Journalistin; sie ist Referentin in der KZ Gedenkstätte Dachau und leitet Workshops zur NS-Geschichte , Rechtsextremismus und Antisemitismus für Jugendliche am Max-Mannheimer-Studienzentrum. Helmut Zeller leitet seit vielen Jahren die Dachauer Redaktion der Süddeutschen Zeitung.

Termin: 26.07.2021 um 19.00 bis 20.30 Uhr
Ort: Unters Bildungshaus am Petersberg 2 , Saal, 85253 Erdweg
Eintritt: 17,00€



Weitere Informationen und Tickets zu allen Veranstaltungen gibt es unter https://www.vhs-dachau-land.de/1700-jahre-juedisches-leben-in-deutschland