Energ-ethische Wende gefordert

Dr. Bernhard Widmann motiviert am Petersberg zu Engagement für eine gerechte Energiewende





Das eigentliche ethische Problem der Energiewende sieht der Leiter des Technologie- und Förderzentrums in Straubing, Dr. Bernhard Widmann, im „homo immodestus“, dem maßlos anspruchsvollen Menschen. Auf Einladung des Bauernverbandes Dachau und der Landvolkshochschule Petersberg, unterstützt vom Verein zur Förderung der kirchlichen Umweltberatung, gab der Experte für Energie aus Biomasse einen Überblick über die Herausforderungen und den Stand der Energiewende. Über 50 Zuhörer folgten seinem umfassenden Vortrag, in dem er auf Grund des Klimawandels eine energetische Revolution des 21. Jahrhunderts forderte.

Drei Schritte stehen dabei auf der Agenda: erstens Energie einsparen, zweitens Effizienz steigern und erst an dritter Stelle erneuerbare Energieträger einsetzen. Dabei müssen alle erneuerbaren Energieträger in einer Mischung in ihrem jeweils optimalen Einsatzbereich eingesetzt werden. Widmann hob die überragende Bedeutung der Bioenergieträger besonders im Bereich der Wärmeerzeugung und der Kraftstoffe hervor.

Damit der Ausbau gelingen kann, forderte Widmann von der Politik verlässliche langfristige Perspektiven statt dem Vor und Zurück, das der dezentralen Produktion und Nutzung von Pflanzenöl als Treibstoff den Garaus gemacht hatte und jetzt bei Photovoltaik und Biogas zu beobachten ist.

Die Bürger müssten sich darauf einstellen, dass die Energiewende nicht nur etwas koste, sondern auch sichtbar werde. Eine gerechte Energiewende gebe es nicht ohne Veränderungen bei den eigenen Ansprüchen an den Energieverbrauch und auch nicht ohne einen offenen Blick auf die Realitäten sowohl in der Landwirtschaft bei uns als auch der Energieproduktion im Süden. Wunschdenken auf der einen und Katastrophenszenarien auf der anderen Seite verstellten da häufig den Blick auf Sinnvolles und Machbares. Veränderung brauche Menschen, die sich auf ihre Grundbedürfnisse bei den Lebens-Mitteln Nahrung und Energie besinnen und verantwortungsbewußt mit den dafür erforderlichen Ressourcen umgehen. Sie können ihren Artnamen „sapiens“ zu Recht tragen.